Fallstudie smartsteuer

Blinde Person bedient Smartphone mit Braille-Tastatur im Accessibility Test.

smartsteuer Accessibility Test

  • Usability-Test
  • digitale Barrierefreiheit
  • inklusiver Research

Formulare, Fachsprache, unübersichtliche Eingabemasken: Steuererklärungen sind komplex und für viele Menschen eine echte Herausforderung. Anbieter wie smartsteuer wollen genau hier unterstützen und den Prozess einfacher gestalten. Das Unternehmen ist auf Online-Steuererklärungen spezialisiert und bietet eine vollständig webbasierte Lösung, die sich an Privatpersonen, Selbstständige und kleine Unternehmen richtet.

Damit alle Nutzenden von diesem Angebot profitieren können, ist Barrierefreiheit (Accessibility) bei smartsteuer mehr als ein Standard. Sie ist Teil der Mission, Steuern für alle Menschen einfach zu machen, unabhängig von technischen Kenntnissen oder individuellen Voraussetzungen.

Auf dem Prüfstand: Barrierefreiheit bei smartsteuer

smartsteuer testet regelmäßig mit echten Nutzenden. Der inklusive Usability-Test mit Personen mit Sehbehinderungen war ein weiterer Schritt, um noch besser zu verstehen, wie unterschiedliche Menschen mit der Anwendung umgehen und welche Hürden es im Alltag noch zu überwinden gilt. Es stellten sich unter anderem folgende Fragen:

  • Wie navigieren Nutzerinnen und Nutzer mit unterschiedlichen visuellen Einschränkungen durch die Anwendung?
  • Können die Teilnehmenden den Fragebogen zur Steuererklärung selbstständig starten und durchlaufen?
  • Welche Stolpersteine begegnen ihnen dabei?
Dashboard von smartsteuer mit  einem Steuerfall von 2024.
Dashboard von smartsteuer mit aktuellen Steuerfällen

Checkliste trifft Realität

Vor dem Test lag bereits eine Analyse der Anwendung nach WCAG-Kriterien vor, die eine solide Basis lieferte. Doch Tabellen und Checklisten ersetzen keine echten Nutzererlebnisse. Sie zeigen zwar potenzielle Problemstellen auf, beantworten aber nicht die Frage: Wie erleben Menschen die Anwendung im Alltag?

Aus diesem Grund entschied sich smartsteuer bewusst für die Kombination aus formaler Analyse und praktischem Test – auch um Erfahrungen zu sammeln, welche Probleme eine Checkliste aufzeigt und welche erst auftreten, wenn Menschen mit Einschränkungen die Anwendung wirklich nutzen.

So wurde getestet

Die Evaluation fand unter realitätsnahen Bedingungen mit Teilnehmenden statt, die dem späteren Nutzerkreis wirklich entsprechen. Dank unseres Testpersonen-Pools konnten wir passgenau rekrutieren.

Ziel war es, weitere Use Errors und Use Difficulties zu identifizieren, um diese im Vorfeld der summativen Evaluation zu beheben. Die gewonnenen Erkenntnisse hielten wir in einem Testbericht fest, aus dem das Projektteam direkt sinnvolle Maßnahmen ableiten konnte.

Dashboard von smarsteuer mit schwarzem Hintergrund, weißer Schrift und hellblauen Hervorhebungen. Es wird ein Link-Menü dargestellt, das über den Screenreader aufgerufen wurde.
Remote-Setting: Invertierte Darstellung mit Screenreader-Dialog

Wenn Barrieren sichtbar werden

Der Usability-Test machte machte deutlich, wie unterschiedlich die Erfahrungen von Menschen mit Sehbehinderungen bei der Nutzung des interaktiven Steuerfragebogens ausfallen können. Während blinde Testpersonen vor allem durch nicht korrekt verknüpfte Formularelemente gebremst wurden, verloren Personen mit Restsehvermögen beim starken Zoomen teilweise den Fokus auf wichtige Inhalte. Auch beim Umgang mit Cookie-Bannern oder der Screenreader-Ausgabe traten Herausforderungen auf.

Solche Beobachtungen sind keineswegs ungewöhnlich – ähnliche Muster zeigen sich in vielen Projekten. Gerade deshalb sind die Ergebnisse so wertvoll: Sie liefern konkrete Ansatzpunkte für Optimierungen und tragen dazu bei, die Barrierefreiheit und damit die Nutzerfreundlichkeit insgesamt nachhaltig zu erhöhen.

Stark vergrößerter Text auf Smartphone und PC-Bildschirm, genutzt zur besseren Lesbarkeit.
Hoher Zoom-Faktor bei Mobil und Desktop

Barrierefreiheit lohnt sich – für alle

Besonders wertvoll war für smartsteuer die Möglichkeit, Barrieren direkt in der Nutzungssituation zu beobachten. Die Live-Beobachtung der Testpersonen machte die Hürden greifbar und schuf ein tieferes Verständnis, als es eine tabellarische WCAG-Analyse je vermitteln könnte. Dabei zeigte sich auch: Viele Probleme sind nicht nur für Menschen mit Sehbehinderungen relevant, sondern betreffen alle Nutzenden. Schon im vorherigen Usability-Test mit sehenden Personen waren etwa übersehene Hilfstexte und unklare Inhalte aufgefallen.

Damit wird deutlich, dass Barrierefreiheit und Usability ineinandergreifen. Beide folgen ähnlichen Prinzipien: Inhalte müssen wahrnehmbar, verständlich, bedienbar und robust sein. Wer hier ansetzt, steigert nicht nur die Zugänglichkeit, sondern verbessert die Nutzerfreundlichkeit insgesamt. Bei smartsteuer fließen die Ergebnisse direkt in die Weiterentwicklung der Anwendung ein. So entsteht Schritt für Schritt eine Software, die nicht nur gesetzliche Anforderungen erfüllt, sondern allen Nutzenden das Steuererlebnis so einfach wie möglich macht.

Mehr darüber, wie wir digitale Barrierefreiheit testen, erfahren Sie hier.

Kundenstimme zum Projekt


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