Tree Testing

Die Informationsarchitektur nutzerzentriert überprüfen.

Ein Tree Testing liefert exakte Aussagen darüber, wie gut Inhalte in der Content-Struktur auffindbar sind. Mit Hilfe quantitativer Ergebnisse können Sie die Informationsarchitektur nutzerzentriert und datengetrieben optimieren.

Unterlagen eines Tree Testings mit Darstellung eines typischen Klickpfads.

Was ist Tree Testing?

Die Content-Struktur bzw. Informationsarchitektur ist das Rückgrat jeder Anwendung – sie entscheidet maßgeblich über deren Usability. Finden sich Nutzende in einer Anwendung nicht zurecht, sind sie schnell frustriert.

Ein Tree Testing ist eine Online-Studie, bei der Teilnehmende aufgefordert werden, bestimmte Inhalte in einer reduzierten Content-Struktur zu finden. Dabei navigieren sie ausschließlich über Kategoriebegriffe (z. B. Menüeinträge).

Animation veranschaulicht den Ablauf eines Tree Testings anhand einer Beispielaufgabe.
Der Studienteilnehmer navigiert sich Schritt für Schritt durch die Content Struktur auf der Suche nach der Blumenerde.

In dem abgebildeten Beispiel soll eine Person die Blumenerde finden: Sie klickt zunächst auf Gartenbedarf, wechselt zu Pflanzenpflege und gelangt schließlich zu Blumenerde. Anschließend zeigen quantitative Kennzahlen – etwa der prozentuale Aufgabenerfolg – wie intuitiv und effizient die Inhalte gefunden werden.

Umgekehrt zur Methode Card Sorting, die dazu dient, eine nutzerzentrierte Informationsarchitektur zu entwickeln, prüft Tree Testing die bestehende Struktur. Deshalb wird es auch Reverse Card Sorting genannt.

Tree Testing eignet sich sowohl für bestehende Informationsarchitekturen als auch für Neukonzeptionen oder Teilkonzepte. Als quantitative Methode ist es ideal für vergleichende Tests (A/B-Testing) und zeigt klar, welche Struktur die bessere Usability bietet.

Neben der quantitativen Bewertung liefert Tree Testing konkrete Hinweise zur Optimierung der Content-Struktur und des Wordings von Kategoriebegriffen. Die Methode kann zudem mit einer qualitativen Nachbefragung kombiniert werden, um das Nutzerverhalten noch besser zu verstehen.

Wie gehen wir bei Tree Testing vor?

Zunächst bestimmen wir gemeinsam mit Ihrem Projektteam die wichtigsten Nutzergruppen und deren zentrale Aufgaben. Das Wissen darüber kann auch in eigenständigen Research-Maßnahmen gewonnen werden– beispielsweise durch eine Top Task Analyse.

Soll eine neue Anwendung entstehen, unterstützen wir Sie bei der nutzerzentrierten Entwicklung der Informationsarchitektur, etwa mithilfe von Card Sorting.

Im nächsten Schritt erstellen wir den Tree Test in einem Online-Tool. Idealerweise wird die Studie als Onsite-Befragung direkt auf Ihrer Website oder in Ihrer Anwendung durchgeführt. Alternativ können Teilnehmende auch über unser Panel rekrutiert werden. Je nach Traffic bzw. Stichprobengröße beträgt die Feldzeit in der Regel nur wenige Tage.

Nach Abschluss der Erhebung analysiert unser Team die Ergebnisse und erstellt einen Report, der auch für Personen ohne Statistikkenntnisse gut verständlich ist. Die Ergebnisse und Empfehlungen besprechen wir anschließend in einem Ergebnis-Workshop mit Ihnen.

Sie fragen sich, ob ein Tree Testing auch Ihr Projekt voranbringen kann?

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Welche Fragen lassen sich mit Tree Testing beantworten?

  • Finden Nutzende mit Hilfe der Navigation, was sie suchen?
  • Wie effizient werden Inhalte gefunden? Intuitiv oder erst nach kurzem Suchen?
  • Welche Features sollten priorisiert werden?
  • Sind die Begriffe/ Menüpunkte verständlich (Wording)?
  • Sind Unterpunkte bei den richtigen Menüpunkten einsortiert?
  • Unterscheiden sich Nutzergruppen?
  • Entspricht die Informationsarchitektur dem mentalen Modell der User?
  • Wie würde eine optimierte Informationsarchitektur aussehen?

Wann empfehlen wir Tree Testing?

Viele Unternehmen nutzen bereits Methoden wie Card Sorting und Usability-Testing ein, um die Informationsarchitektur ihrer Anwendungen zu überprüfen und zu optimieren. Das Tree Testing ergänzt diese Verfahren sinnvoll – vor allem aus drei Gründen:

  1. Quantitative Ergebnisse: Tree Testing quantifiziert Erkenntnisse und erweitert so die qualitativen Ergebnisse anderer Methoden. Projektentscheidungen können dadurch mit größerer Sicherheit getroffen werden.
  2. Früher Einsatz: Tree Tests lassen sich bereits durchführen, bevor Interaktionsdesign oder Visual Design beginnt. So stellen Sie sicher, dass Ihre Anwendung von Anfang an auf einem soliden Fundament steht.
  3. Effiziente Evaluation: Bei einem geplanten Relaunch können Sie mit Tree Testing schnell und effizient prüfen, ob die bestehende Informationsarchitektur überhaupt angepasst werden muss.

In diesen Fällen ist die Methode besonders gut geeignet:

  • Eine Anwendung soll von Grund auf neu entwickelt werden.

  • Die Informationsarchitektur oder Navigation soll überarbeitet werden.

  • Die Informationsarchitektur ist über die Jahre stetig gewachsen und soll überprüft werden.

  • Neue Bereiche oder Funktionalitäten sollen in die Anwendung integriert werden.

  • Die Informationsarchitektur wurde organisationszentriert entwickelt und soll jetzt aus Sicht der Nutzenden evaluiert werden.

  • Quantitative, statistisch bewertbare Erkenntnisse sind notwendig, um Designentscheidungen zu treffen.

Was erhalten Sie als Ergebnis?

Sie erhalten eine übersichtliche Zusammenfassung der Ergebnisse sowie detaillierte Analysen zu einzelnen Aufgaben, die das jeweilige Optimierungspotenzial klar aufzeigen. Auf Wunsch entwickeln wir darauf aufbauend auch konkrete Lösungsvorschläge.

Falls die Studie verschiedene Nutzergruppen oder Designvarianten umfasst, erstellen wir zudem Vergleichsanalysen – bei Bedarf auch unter Einsatz statistischer Verfahren.

Balkendiagramme zeigen, wie gut Teilnehmende verschiedene Begriffe in der Navigationsstruktur bei einem Tree Testing gefunden haben.

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