Zurück in Erfurt: Unsere Highlights vom UX-Festival 2026

Nachdem das UX-Festival ein Jahr Pause gemacht hat und wir es schmerzlich vermisst haben, ging es 2026 endlich wieder nach Erfurt. Wir erlebten ein heißes Wochenende voller Barcamp-Sessions, Wiedersehen mit alten UX-Freundinnen und Freunden und vielen neuen Kontakten.

Das Herz des Festivals war wieder das große Barcamp, das inzwischen auf über 75 Beiträge angewachsen ist. Obwohl sich geschätzte 75 % der Sessions mit KI beschäftigten, blieb es sehr abwechslungsreich, weil das Thema aus diversen Blickwinkeln betrachtet wurde. Wo kann uns KI wirklich effizienter machen? Sind wir schon süchtig und wenn ja, wie gehen wir damit um? Und was, wenn wir als Gedankenexperiment einfach mal bedingungslos optimistisch auf das Thema schauen?

Publikum schaut auf die Bühne beim UX-Festival.

Das Barcamp-Planning beginnt mit einer leeren Tafel vor wunderbarer Kulisse

Unsere Beiträge zum Barcamp

Von usability.de gab es dieses Mal vier Beiträge, in denen wir der Community einen Blumenstrauß an Themen mitgebracht haben:

Evaluation von Large Language Models: Herausforderungen, Theorien und praktischer Erfahrungsaustausch

Michaela berichtete davon, mit welchen Herangehensweisen wir prüfen, wie gut die Usability von KI-Chatbots ist. Unsere Erfahrungen der letzten Monate haben gezeigt, dass es in diesem neuen Feld zahlreiche Einflussfaktoren zu berücksichtigen gilt und sich unsere Methodik entsprechend weiterentwickeln muss. Wie gehen wir zum Beispiel bei der Bewertung damit um, dass jeder User auf Basis eines Szenarios einen eigenen Prompt formuliert und verschiedene Ergebnisse erhält?

Die anschließende Diskussion drehte sich um verschiedene Ansätze für Standardisierung und den Stand der Forschung. Wir freuen uns sehr darauf, dieses Thema auch in der nächsten Zeit weiter voranzutreiben und die Methodik an die neusten Entwicklungen anzupassen.

Für alle, die das UX-Festival verpasst haben oder das Thema weiter vertiefen möchten: Bei der Mensch und Computer- Konferenz vom 30. Aug – 02. Sep 2026 an der Universität Duisburg wird Michaela gemeinsam mit unserer Kollegin Anita dieses Thema in einem Beitrag erneut aufgreifen. Wir freuen uns auf die Fortsetzung!

Publikum schaut auf Michaela, die einen Vortrag beim UX-Festival hält

Michaela berichtet von wissenschaftlichen Hintergründen zum Testen vom Large Language Models

 

Fallbeispiele aus dem UX Management: Beurteilung von echten Fallbeispielen aus dem UX Management

Torsten leitete unter der Flagge des Arbeitskreises UX Management der German UPA einen Workshop, in dem die Teilnehmenden ihr Praxiswissen vertiefen konnten. Anhand eines realen Fallbeispiels entwickelten mehrere Kleingruppen Handlungsstrategien für Herausforderungen aus dem Unternehmensalltag.

Wie immer war es eine große Freude, Wissen in einem solchen Kontext weiterzugeben und die eigenen Gedanken durch andere Denkansätze aus der Community zu bereichern.

Workshop-Teilnehmende diskutieren untereinander auf dem UX-Festival

In gemütlicher Strand-Atmosphäre diskutiert es sich besonders schön über UX Management

 

Research Repository: Aufbau, Pflege, Verbreitung… Austausch-Format für Erfahrungen und Tipps

Luisa lud zu einer Diskussionsrunde rund um Research Repositories ein. Wo stehen wir aktuell bei dem Thema? Welche Tools setzen sich durch und wodurch zeichnen sie sich aus? Und auch auf Organisationsebene gab es bei dem Thema viel zu besprechen: Darf einfach jeder Mitarbeitende auf ein Respository zugreifen und mit Insights arbeiten? Oder sollte das Research-Team „die Hand draufhalten“, damit Insights immer nur mit dem notwendigen Kontext verwendet werden?

Natürlich blieb auch bei diesem Austausch das Thema KI nicht fern. Sicher werden wir in Zukunft immer mehr Unterstützung nutzen können, um Insights zu organisieren und auffindbar zu machen.

Diskussionsrunde mit etwa 10 Teilnehmenden

Bei Apfelschorle, Mate und ausreichend Wasser ist der Austausch auch bei 30 Grad eine große Freude

 

CPUX-L(ove) – Freundschaft, Liebe, Dating mit HCD gestalten!

Johanna und Max (Trainer des CPUX-F bei usability.de) präsentierten mit einem Augenzwinkern, wie wir UX-Professionals unser Expertenwissen und unsere Methoden für bessere Beziehungen in unserem Privatleben nutzen könnten. Warum nicht das Kennenlernen einer potenziellen Partnerperson einmal als User Journey betrachten? Wer vorab seine Anforderungen klar definiert hat, kann später besser prüfen, ob Dating-Partner:innen diese auch tatsächlich erfüllen und die rosarote Brille das Urteilsvermögen nicht trübt.

Wir merken uns: „Liebe ist eigentlich nur ein iterativer, nutzerzentrierter Entwicklungsprozess mit sehr schlechter Dokumentation und extrem hohen Fehlerraten im Feldtest.“ 😍

Johanna und Max präsentieren am Fernseher die Ergebnisse einer Gruppen-Befragung

Der Vortrag startete mit einer interaktiven Befragung der Teilnehmenden: Was macht eine Freundschaft für dich aus?


Aber natürlich haben wir auch aus allen anderen Sessions, an denen wir teilgenommen haben, viele Gedanken mitnehmen können. Besonders hängengeblieben sind bei uns die kreativen Verbindungen zwischen UX-Prozessen und Feminismus (feat. Barbie) sowie der Sneak Peek auf menschzentrierte KI, die ihren Usern gut tut, statt zu schaden.

Und natürlich nicht zu vergessen: Die großartige Location, Atmosphäre, Organisation, Verpflegung und Stimmung. Es war uns mal wieder ein Fest(ival)! ☺️

 

5 Personen lächeln in die Kamera

Luisa, Michaela, Johanna, Max und Torsten hatten eine wunderbares Wochenende beim UX-Festival