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UX Writing: Eine wichtige Zutat guter UX

Wir sagen gerne: User Experience (UX) ist nicht die Kirsche, die Sie ganz am Schluss aufs Sahnehäubchen setzen, sondern ganz viele Kirschen, die sich überall im Kuchen wiederfinden und für eine geschmeidige Konsistenz und außergewöhnlichen Geschmack sorgen. Besonders lecker: Ein verständlicher, klarer Text, der Nutzende abholt und unterstützt.

Ein Kirschkuchen auf einem weißen Teller steht auf einem Holztisch. Der Kuchen ist angeschnitten. Es ist ein heller Kuchen mit Kirschen.

UX Writing durchzieht gute UX wie die Kirschen diesen Kuchen

Was ist UX Writing?

Absätze ohne Stolpersteine. Erklärungen ohne Fragezeichen. Klare Worte ohne Schnickschnack. Wer mit Nutzerbrille schreibt, betreibt UX Writing.

Dabei zeigt sich UX Writing oft im Kleinen: Die Beschriftung für Buttons, erklärende Texte hinter „Info-is“, Schlagworte im Hauptmenü. Idealerweise sollten aber zumindest alle essenziellen Texte auf ihre Nutzerfreundlichkeit geprüft und optimiert werden. Das erleichtert nicht nur Ihren Nutzenden das Leben, sondern führt auch zu weniger Abbrüchen.

Woran erkenne ich gutes UX Writing?

Im Gegensatz zu den Kirschen in echtem Gebäck gilt für UX-Kirschen meistens, dass sie so richtig gut sind, wenn man sie beim Essen gar nicht mehr registriert. Genauso fällt Nutzenden meistens nur auf, wenn ein Text so gar nicht nutzerfreundlich ist. Der ist aufgeblasen, irreführend, verwendet die falschen oder zu komplexe mentale Modelle, wirkt altbacken oder trocken oder ist andersrum voll neumodischer Buzzwords und Catchphrases und außerdem wie viele Zeilen geht dieser eine Satz denn schon?

Und wie wird es jetzt gut?

  • Nur essbare Deko: Streichen Sie alles, was Nutzende nicht direkt benötigen.
  • Petits Fours statt Blechkuchen: Strukturieren Sie Ihren Text in leicht verdauliche Häppchen.
  • Buffet-Kärtchen: Geben Sie Hilfestellung, damit Nutzende finden, was sie suchen, und wissen, was sie als nächstes tun können.
  • Allergene: Vermeiden Sie Jargon, der Ihrer Zielgruppe nicht vertraut ist.

Aber das macht doch jetzt die KI?

Die Versuchung, ChatGPT und Co. zu nutzen, um die eigene Website günstig und schnell mit eigenen Texten zu füllen, ist gewaltig. Schon heute quillt das Web über vor Content, der von Algorithmen zusammenberechnet wurde. Optimiert auf: Suchalgorithmen. Wie Reiswaffeln wirkt er auf den ersten Blick vernünftig, schmeckt aber nach nichts und ist so trocken, dass er jeglichen Enthusiasmus im Keim erstickt.

Beim Variieren von Rezepten und dem Entdecken neuer Techniken ist es aber natürlich legitim, sich Künstliche Inspiration zu holen.

Und was ist mit Copywriting?

Copy meint werbliche Texte, die meistens von Marketingspezialisten verfasst werden, um etwas möglichst überzeugend anzupreisen. So wird aus dem Kirschkuchen die „delikate Kirschkomposition in Bourbon-Vanille-Wolke“. Darin liegt auch der wesentliche Unterschied zum UX Writing: Wo Copywriting mit Metaphern spielen und Emotionen erzeugen darf und will, möchte UX Writing in erster Linie Klarheit schaffen.


Copywriting: Emotional, werblich, überzeugend

UX Writing: Klar, verständlich, erklärend


Voneinander trennen kann man die beiden trotzdem nicht komplett, denn sie haben im Grunde dasselbe Ziel: Empathische Brücken zu Nutzenden schlagen. Wenn UX Writer und Copywriter gut zusammenarbeiten, verstehen alle Gäste, wo sie sich am Buffet anstellen sollen, woher sie Teller und Besteck bekommen und welche Auswahl sie haben. Sie fühlen sich aber auch wohl, haben mächtig Appetit und reservieren schon beim Rausgehen den Tisch fürs nächste Mal.

Eine leckere Angelegenheit – besonders dann, wenn sie sich durch das ganze Menü (aka den User-Centered Design-Prozess) zieht. Wie das gelingen kann, beschreiben wir hier.

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